Einer der Top-Leute auf Twitch streamt ohne Webcam – Wegen der Hautfarbe

Twitch Lirik TItel

Der Streamer Saqib „Lirik“ Zahid hat einen der größten Kanäle auf Twitch mit über 2,6 Millionen Follower. Er ist dafür bekannt, ohne Webcam zu streamen. Nun erklärt er, warum. Einer der Gründe war seine Hautfarbe. Nach 9/11 wollte er nicht als „braun“ wahrgenommen werden.

Das ist Lirik: Der 29-jährige Streamer hat im Moment den Rang 25 auf Twitch inne. Er gehört zur Weltspitze der Streamer. Dabei hat er nicht, wie viele andere an der Spitze, vor allem vom Hype um Fortnite profitiert, sondern hat sich über die Jahre langsam nach oben gearbeitet.

Er startete seine Karriere 2011 mit World of Warcraft und hat dann eine Vielzahl von Games gezeigt wie DayZ, H1Z1 oder zuletzt Call of Duty: Warzone und Minecraft. Lirik war sogar mal in Star Citizen unterwegs, was bei den Entwicklern ziemliche Freude auslöste.

Er ist ein typischer Variety-Streamer, auf kein Spiel oder Genre richtig festgelegt.

Spätestens seit dem Dezember 2019 dürfte Lirik einer der Großverdiener auf Twitch sein. Damals war er neben DrLupo und TimTheTatman einer von 3 Streamern der Agentur Loaded, die Twitch exklusiv unter Vertrag nahm.

Lirik Star Citizen Window title 1140x445Lirik hatte einen coolen Auftritt in Star Citizen.

Das ist eine Besonderheit von Lirik: Von 2011 bis 2013 wusste keiner so recht, wie Lirik aussah, bis er mal versehentlich die Webcam anließ und sein Gesicht über den Sender ging.

Heute geht Lirik offener mit seinem Aussehen um: Man kann Fotos von ihm auf Instagram oder Twitter sehen. Dennoch gehört er zu den wenigen Top-Streamern, die ohne Webcam streamen und nur auf ihre Stimme vertrauen. Außer dem Fortnite-Streamer Dakotatz und ihm tut das kaum wer unter den Top 25-Streamern.

„Weil ich braun bin“

Darum ließ er lange die Webcam aus: Im Moment ist das Thema der Hautfarbe ein brandaktuelles Thema in den USA. In einem aktuellen Stream erklärte Lirik, warum er so lange ohne Kamera unterwegs war:

Einer der Gründe, warum ich niemals eine Kamera benutzt habe, ist, weil ich eine braune Hautfarbe habe. Ich glaube nicht, dass ich so beliebt geworden wäre [wie ich jetzt bin], wenn ich mit einer Webcam angefangen hätte.

Das war einer der Gründe. Weil, scheiße Mann, nach dem verdammten 9/11 und dem ganzen Mist, war es echt schräg, wie man online wahrgenommen wurde. Und wenn man so aufgewachsen ist, dann weißt du einfach nicht, was die Leute über dich denken.

Ohne Kamera zu streamen, hat ein bisschen geholfen, weil die Leute so keine vorgefertigten Ansichten online hatten. Die Leute haben online keine Filter. Sie sehen dich und fällen sofort ein Urteil.

Lirik im Twitch-Stream

Myth-TitleMyth hat den 2. größten Kanal auf Twitch. Er ist fast 10 Jahre jünger als Liritk und streamt mit Webcam.

Hat sich da was auf Twitch geändert? Lirik hat 2011 mit dem Streamen angefangen und zog es aufgrund seiner Hautfarbe vor, anonym zu bleiben. Er ist 1990 in Deutschland auf die Welt gekommen, in Boston aufgewachsen und scheint 9/11 voll mitbekommen zu haben. Die Terroranschläge in New York fanden 2001 statt.

Die Stimmung gegen Menschen, die aussahen, als wären sie Musline, schien im Umfeld von Lirik hochgekocht zu sein.

This post is nothing compared to the people who actually are out there peacefully protesting and the people who fight everyday trying to bring about change, equality, and basic human rights.

We bleed the same color people.https://t.co/56MbvQvGye#BlackOutTuesday
✊????✊????✊????✊????✊???? pic.twitter.com/ek0VD278cS

— Lirik (@LIRIK) June 2, 2020
Lirik spendete 5000$ für die Bewegung Black Lives Matter

Die Zeiten hatten sich – zumindest zwischenzeitlich – wohl etwas geändert. Der Streamer Ali „Myth“ Kabbani ist 1999 geboren, er fing 2016 mit dem Streamen an. Er ist US-Amerikaner mit syrischer Abstammung. Myth streamt mit Webcam und hat heute den zweitgrößten Kanal auf Twitch. Seiner Popularität scheint die Hautfarbe nichts ausgemacht zu haben.

Myth hat sich mal sehr über den rassistischen Voice-Chat in COD: Modern Warfare gewundert.

An den Aussagen von Lirik sieht man, wie individuell die Erfahrungen jedes Einzelnen sein können.

Es fällt auf, dass unter den Top-Streamern auf Twitch tatsächlich fast nur weiße Männer sind. Es gibt eine Frau und eine Handvoll „nicht-weiße“ Streamer wie eben Myth und Lirik.

MeinMMO, GameStar und GamePro positionieren sich solidarisch zur ‚Black Lives Matter‘-Bewegung und tolerieren keinerlei Diskriminierung. Und wir bedanken uns herzlich bei allen, die sich in unseren Communitys für ein respektvolles Miteinander einsetzen. Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen. Passt auf euch auf.

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Quelle: Onlinewelten.de