Nachkriegszeit #6: Na’kuhl

„Ich würde gern wissen, was Sie denken, Captain.“

Va’kel Shon sah von seinem PADD auf und lächelte seinen Leitenden Sicherheitsoffizier an. „Sieht so aus, als ob Sie ein weiteres Holo-Kapitel von Captain Paris erhalten haben, Lieutenant. Ich habe so etwas das letzte Mal auf einer Reise durch ein Captain-Proton-Abenteuer gehört.“ Er winkte die Caitianerin an seinen Tisch heran. „Und sind die Truppen von Doktor Chaotica wieder besiegt worden?“

„Leider nicht“, sagte Kyona mit einer Bewegung ihrer Schnurrhaare. „Man hat mich zur Shuttlerampe 2 gerufen. Einige unserer … kleineren Gäste haben für ihre wilden Scharmützel Feuerunterstützungsausrüstung als imaginäre Phasergewehre verwendet.“

„Irgendwelche Verluste?“

„Nur einen, Sir … meinen Schwanz“, sie zuckte, als ihr Captain eine Augenbraue hob. „Einer der jungen Na’kuhl hat kräftig draufgetreten, als ich ihre Kriegsspiele unterbrochen habe.“

Shon grinste und nahm einen Schluck von seinem Raktajino. „Die Gefahren eines Sternenflottendiplomaten, Lieutenant. Ich nehme an, Doktor Savel hat das behoben?“

Kyona nickte und rührte abwesend in ihrem risanischen Tee. „Das hat er, auch wenn er nicht widerstehen konnte, eine weitere sehr logische Empfehlung für einen gepanzerten Schwanz während des Dienstes abzugeben. Oh… man sollte meinen, die Ingenieure der Sternenflotte könnten einen bauen, der nicht wie verrückt juckt!“

Shon kicherte und sah aus einem Fenster von Zehn Vorne. „Ich bin froh, dass es keine weiteren Vorfälle gab. Die Sternenflotte bewegt sich bei den Na’kuhl auf einem schmalen Grat … jetzt mehr denn je. Wir müssen hier auf der Enterprise ein strahlendes Vorbild sein. Wir müssen ihnen zeigen, dass die Föderation nicht ihr Feind ist.“

„Noch mehr Ärger auf der Erde, Sir?“, fragte Kyona. „Der Rat wird sicherlich nicht den Zorn von Botschafterin Lwaxana Troi heraufbeschwören wollen!“

„Trotz der … inspirierenden Bemühungen der Botschafterin in ihren letzten Sitzungen ist die Situation der Na’kuhl festgefahren. Die Hilfsmaßnahmen wurden noch immer nicht vom Komitee beschlossen.“ Shon grinste einen Moment lang, seine Abneigung gegenüber dem Bericht war seinem Offizier bewusst. „Trotzdem werden wir unsere Na’kuhl-Gäste wie befohlen zu Betazed transportieren. In dieser Hinsicht war Botschafterin Troi erfolgreich. “

„Wir nehmen jeden Sieg, den wir bekommen, Captain“, sagte Kyona sanft. „Iconia hat uns diese Lektion gelehrt.“

„Eine von vielen, und nicht alle waren zu unseren Gunsten.“ Shon hielt inne und war in Gedanken versunken. „In vielen Kreisen hat unsere Einheit zu Isolation und Fremdenfeindlichkeit geführt … Dinge, die längst hinter der Föderation liegen sollten.“

„Präsident Okeg wird den Rat bestimmt zu einer vernünftigen Lösung führen“, sagte Kyona mit sorgenvoller Stimme. „Ich weiß, dass Ratsmitglied Ferris beachtlichen Einfluss hat, aber …“

„Aber Ferris hat viele mächtige Freunde, sowohl im Rat als auch im Sternenflottenkommando. Und im Moment sind dies die lautesten Stimmen in dieser Angelegenheit“, antwortete Shon. „Für sie sind die Na’kuhl gefährlich und unbekannt … eine Bedrohung. Bis vor kurzem lebten sie in völliger Isolation. Diplomaten der Föderation wurden stets fortgeschickt. Sie sehen es als Feindseligkeit an und bauen nur langsam Vertrauen auf. “

„Gibt es nicht auch Fragen über ihre Verbindung zu den Breen und den Tzenkethi?“

„Sehr wohl, aber sie gründen alle auf Hörensagen … es gibt keine bestätigten Informationen, die sie mit unseren Feinden verbinden.“ Shon nahm einen weiteren Schluck von seinem Raktajino. „Dennoch, es sind solche Vorwürfe, die in der öffentlichen Meinung zu Fakten gebogen werden, vielleicht sogar vom Föderationsrat.“

„Und was ist mit den anderen Allianzmitgliedern? Die Romulaner … die Klingonen. Was sagen sie zu der Angelegenheit?“

„Die Romulaner sind verständnisvoll, mehr als alle anderen. Sie kennen das Leid, einen Stern zu verlieren und eine neue Heimat suchen zu müssen. Aber sie haben im Krieg schwere Verluste erlitten, und hatten sich gerade erst auf Neu-Romulus etabliert. Sie verfügen einfach nicht über die Infrastruktur, um tausende Na’kuhl unterzubringen … sie haben es in letzter Zeit schwer, sich selbst zu versorgen.“

„Und die Klingonen?“

„Die Klingonen“, Shon lächelte bitter. „Die Klingonen empfangen die Na’kuhl mit offenen Armen … solange sie arbeiten … kämpfen … und dem Reich dienen. Genauso ist es auf Cardassia Prime, so wie ich gehört habe.“

„Aber die Jungen … die Alten und die Kranken? Jene, die nicht für Krieg oder schwere Arbeit gerüstet sind?“

„Die Anforderungen gelten für alle und es gibt keine Ausnahmen. Es ist verständlich, dass einige Na’kuhl solch eine Gastfreundlichkeit nur zögerlich annehmen.“

Kyona runzelte die Stirn und legte ihre Ohren an, als sie dies hörte. „Es gibt einige unbewohnte Systeme in der Nähe der Na’kuhl … was ist mit denen?“

Shon gab dem jungen Offizier ein ruhiges Lächeln, als er die Statusberichte über die Lage der Na’kuhl aufrief, die er an diesem Morgen erhalten hatte. „Nun, die Ferengi bieten ihre Unterstützung an … ihre unglaublich wertvolle Unterstützung, wenn man den Berichten glauben darf.“ Sein Lächeln verschwand.

„Wie immer, wenn man das nötige Latinum besitzt, dann haben sie Zeit“, grummelte Kyona. „Ansonsten eher nicht.“

„Es gibt nicht nur schlechte Neuigkeiten, Kyona“, antwortete Shon. „Einige ihrer Nachbarn helfen, wo sie können – die Trill, die Lukari, die Denobulaner. Die Bajoraner haben kurz gezögert, bis Kai Kira ein … persönliches Interesse gezeigt hat.“

„Keine Frau, die man verärgern sollte“, sagte Kyona lächelnd. „Stimmt es, dass die Klingonen ein Lied über sie haben?“

„Das weiß ich nicht“, antwortete Shon. „Gemessen an ihrer Amtszeit auf DS9 würde es mich nicht im Geringsten wundern. Botschafter Worf spricht in höchsten Tönen von ihr.“

Kyona grinste in ihrer wilden Art, die so manchen verunsichern würde. Sie nahm einen Schluck von ihrem Tee und runzelte ihre Nase.

„Brrr! Kalt! Wahrscheinlich erinnert mich die Galaxie daran, wieder an die Arbeit zu gehen.“

„Oder wieder gegen Doktor Chaotica zu kämpfen?“

Sie grinste wieder und zuckte fröhlich mit ihren Schnurrhaaren.

„Jemand muss Captain Proton aus dieser Todesfalle befreien. Warum nicht ich?“

„Wie Sie mögen, Lieutenant.“

„Danke, Sir. Gute Nacht.“

Als Kyona Zehn Vorne verließ, rief Shon wieder die Na’kuhl-Berichte auf seinem PADD auf. „Wir müssen das richtig machen“, dachte er sich, als er seinen Raktajino austrank. „Wir müssen den Na’kuhl die besten und hellsten Werte der Föderation zeigen … und die dunklen Ängste um uns herum vertreiben. Zu unserem und zu ihrem Wohl.“

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Quelle: Startrekonline.com